Ein Staffelstab, der im Team weitergegeben wird

Führungswechsel bei Logiball

Nach über drei Jahrzehnten übergibt Mitgründer Dr. Roger Müller die Geschäftsführung von Logiball an Bodo von Unruh und Markus Hoyer. Der Übergang ist lange geplant und vollzieht sich ohne große Umbrüche – eher als natürlicher nächster Schritt in der Entwicklung des Unternehmens.

Im Gespräch erzählen die Beteiligten von den Anfängen, der Entwicklung von Logiball als Location Tech Player – und warum sich für Mitarbeiter, Kunden und Partner eigentlich kaum etwas ändern wird.

Dr. Roger Müller (rechts) übergibt den Staffelsstab an  Bodo von Unruh (Mitte) und Markus Hoyer

Kontinuität und Innovation

Roger, über 30 Jahre Unternehmensgeschichte – das ist eine lange Zeit. Wie fühlt sich dieser Moment für dich an?

 

Roger: Tatsächlich sehr gut. Logiball ist ja 1994 aus einem Spin-off des Fraunhofer-Instituts entstanden. Damals ging es darum, mit einer Hand voll Mitarbeitenden die „Logistikdenke“ in der Produktion, also innerhalb des Werktors, auf den Verkehr außerhalb des Werktors zu übertragen. Wir waren ein reines Beratungsunternehmen.

Dass daraus einmal ein IT/AI-Unternehmen würde, das heute mit rund 45 Mitarbeitenden ein anerkannter Spezialist für die Themen Navigation, Routing und Optimierung mit Sonderanforderungen entsteht, hätten wir damals nicht erwartet.

Der Prozess der Staffelübergabe lief schon über ein Jahr und deshalb fühlt es sich eher nach Weiterentwicklung an als nach einem Abschied. Ich bin begeistert, wie das Führungsteam den Prozess unterstützt hat, klar Verantwortung angenommen und umgesetzt hat. Wir stehen heute viel aufgeräumter da als noch vor zwei Jahren. Ich glaube, das haben wir zusammen super hinbekommen – übrigens neben unserem Tagesgeschäft. Das war schon eine große Leistung.

Als Investor und externer Berater bleibe ich mit dem Unternehmen ja auch verbunden und somit ist es erst recht kein Abschied.

 

Bodo, du bist ebenfalls seit den Anfängen dabei. Was bedeutet der Schritt in die Geschäftsführung für dich?

 

Bodo: Einerseits macht es mich natürlich Stolz, dass mir diese Verantwortung übertragen wird, andererseits fühlt es sich ziemlich nahtlos an. Als bisheriges Mitglied der Geschäftsleitung und „COO“ war ich ohnehin stark in die operativen Themen eingebunden und habe seit Gründung auch im Vertrieb unterstützt. Wir kennen das Unternehmen, die Technologie und natürlich auch unsere Kunden seit vielen Jahren. Roger und ich waren, wenn man so will, ohnehin in der Geschäftsleitung immer im Tandem unterwegs. Deshalb ist der Übergang für mich eine Erweiterung meiner Verantwortung, aber kein Neustart.

Unsere Branche – die Location-Tech-Welt – entwickelt sich gerade enorm schnell. Wir verknüpfen unsere Expertise schon längst mit neuester KI-Technologie und können so noch schneller und umfassender Produkte und Lösungen anbieten. Die Integration von Location-Daten in digitale Prozesse wird für viele Unternehmen immer wichtiger. Genau hier liegt seit jeher unsere Stärke und ich freue mich, die Themen unserer Welt weiter voranzubringen.

 

Markus, du bist nun ebenfalls Geschäftsführer – aber auch schon lange Teil der Geschichte.

 

Markus: Stimmt, auch wenn ich nicht ganz so lange dabei bin wie Roger und Bodo. Ich bin damals als Student zu Logiball gekommen und inzwischen seit über 17 Jahren im Unternehmen. In dieser Zeit habe ich viele Entwicklungsstufen unserer Produkte miterlebt und verantwortlich gestaltet.

Ich werde weiterhin unsere Produkte verantworten. Das ist für mich ein zentraler Bereich, weil sich hier Technologie, Kundenanforderungen und Innovation treffen. Unsere Stärke ist es, die individuellen Anforderungen in der Digitalisierung ganzheitlich zu betrachten und schnell umzusetzen.

Mit Localion IQ unserem KI-Technologie-Framework und unseren bereits etablierten Produkten, API´s und Services können wir erstaunlich schnell umsetzbare und benutzerfreundliche Lösungen bieten.

Aus diesen entstehen dann auch wieder neue Produkte für bestimmte Branchen oder Anwendungsfälle, so dass wir in einem ständigen Flow in der Produktentwicklung bleiben.

 

Roger, du wirst also künftig Abstand vom operativen Geschäft nehmen. Was steht als Nächstes an?

 

Roger: Nun ich bin fasziniert von den Möglichkeiten, die wir mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz haben, die wir übrigens seit 2004 bei Logiball schon einsetzen, und damit Kundenprojekte immer wieder zum Erfolg geführt haben.

Demzufolge erweitere ich nun als Investor mein Firmenportfolio, um die Nachfrage nach Agentic AI aus verschiedenen Blickwinkeln befriedigen zu können. Das reicht vom AI Advisory also der Frage „Wie gestalte ich aktiv als Inhaber/Manager die AI-Transformation in meinem Unternehmen“ bis hin zur Beteiligung/Gründung von Unternehmen, die das disruptive Potential von KI nutzen, um Märkte zu erobern. Da wird sicher auch das eine oder andere Thema dabei sein, in dem die Expertise von Logiball eine Rolle spielt.

 

Neben der neuen Geschäftsführung gibt es noch eine weitere Veränderung: Dietmar Senkbeil wird Prokurist.

 

Bodo: Genau. Dietmar ist ebenfalls schon lange ein Teil unseres Führungsteams und verantwortet sehr erfolgreich das Enterprise-Geschäft. In diesem Bereich arbeiten wir langfristig mit großen Kunden zusammen, bei denen Standortdaten eine zentrale Rolle ihrer mobilen Prozesse spielen.

Als Prokurist wird die ohnehin bereits bestehende Verantwortung nun auch formal sichtbar. Da Dietmar, genau wie Roger und ich außerdem auch Gesellschafter ist, bewegen wir uns auf einer strategischen Ebene und arbeiten sehr eng zusammen.

 

Wie wird sich die Arbeit in der Führung künftig organisieren?

 

Markus: Bodo und ich teilen uns die Geschäftsführung und bringen dabei unsere jeweiligen Schwerpunkte ein. Ich bleibe verantwortlich für das „Product Management“ und kümmere mich weiterhin stark um unsere technologische und produktseitige Entwicklung.

 

Bodo: Ich verantworte die kaufmännische Seite. Zusätzlich übernehme ich Rogers übergeordnete Rolle im „Marketing and Sales“ – allerdings eher unterstützend, denn beide Bereiche haben wir bereits mit zwei hervorragenden Führungskräften besetzt.

 

Wenn ihr auf die nächsten Jahre blickt – wo liegen die größten Chancen für Logiball mit seiner Marke Localion?

 

Markus: Location-Technologie gehört grundlegend in die digitale Infrastruktur. Viele Unternehmen wissen heute nicht nur „was, wie, wann“ passiert, sondern wollen auch wissen, „wo“ etwas passiert – und möchten diese Information direkt möglichst einfach in ihre Systeme integrieren – und zwar Made in Germany. Wir stellen fest, dass es immer mehr Unternehmen wichtig ist, die strategische Abhängigkeit von US-Anbietern zu lösen. Da bieten wir Lösungen.

Unsere Lösungen verbinden genau das: präzise Lokalisierung, intelligente Navigation, Routing und weitere Geo-Services. Ob individuell zugeschnitten, als fertiges Produkt oder als individuelle SAAS-Lösung (wir nennen das „iSAAS“).
Egal ob „standalone“ oder „all in one“ sind unsere Lösungen stets in die firmenseitige Infrastruktur integrierbar. Das eröffnet für uns und für unsere Kunden sehr viele Möglichkeiten.

 

Bodo: Gleichzeitig sehen wir, dass unsere Technologien in immer mehr Branchen relevant werden – in der Logistik und im Spezialtransport, in Behörden und Organisationen der öffentlichen Sicherheit (BOS), bei Energieversorgern, in der Industrie, bis hin zum Healthcare Bereich. Das ist ein sehr spannendes Umfeld.

Ich möchte aber auch noch einmal betonen, dass Roger diese Möglichkeiten und Chancen eröffnet und den Weg zu einem erfolgreichen Unternehmen geebnet hat. Ihm gilt mein großer Dank für über 30 Jahre partnerschaftliche Zusammenarbeit und unermüdliche Power.

 

Markus: Ja, dem möchte ich mich anschließen. Danke Roger, dass du uns damit die Übernahme deiner Verantwortung so leicht gemacht hast.

 

Und Roger – was wünschst du dem Unternehmen für die Zukunft?

 

Roger: Dass es neugierig bleibt, die Probleme unserer Kunden zu lösen. Auch dann, wenn alle sagen – das geht nicht. Das war für uns schon immer ein besonderer Anreiz. Ich weiss, dass Bodo und Markus genau dieses Mindset im Sinne unserer Kunden und damit des Unternehmenserfolges fortführen werden.
Für unsere Mitarbeitenden, Kunden und Partner bedeutet das vor allem eines: Kontinuität, Innovation und die Sicherheit nachhaltiger Lösungen in einer sich immer schneller verändernden Welt.

 

Fazit:
Der Führungswechsel bei Logiball und Localion ist kein Umbruch, sondern eine Weitergabe innerhalb eines gewachsenen Teams. Für Kunden, Partner und Mitarbeitende bleibt vieles vertraut – während die nächste Entwicklungsphase schon begonnen hat.